{"id":1604,"date":"2023-08-28T19:24:20","date_gmt":"2023-08-28T19:24:20","guid":{"rendered":"https:\/\/rslnc.com\/?p=1604"},"modified":"2023-11-07T15:10:53","modified_gmt":"2023-11-07T15:10:53","slug":"glucklicher-zufall-oder-eingeladenes-gluck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rslnc.com\/de\/uebungen-de\/glucklicher-zufall-oder-eingeladenes-gluck\/","title":{"rendered":"Gl\u00fccklicher Zufall oder eingeladenes Gl\u00fcck?"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.19.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.19.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.19.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.20.2&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Oft haben wir das Gef\u00fchl, dass jemand der erfolgreich ist, einfach nur Gl\u00fcck gehabt hat. Und manchmal geht es uns genauso mit uns selbst. Im schlimmsten Fall kratzt das ganz sch\u00f6n am Ego, da wir als Teil unserer Moralvorstellungen ja gelernt haben, dass sich &#8222;harte Arbeit&#8220; auszahlen soll, nicht aber Gl\u00fcck. Das empfinden wir eher als unfair.<\/p>\n<p><em>Ist ein gl\u00fccklicher Zufall also ungerecht oder gar unmoralisch? Oder beruht er am Ende immer auch darauf, dass wir ihn zugelassen und uns auf ihn eingelassen haben? Oder, dass wir ihn gar eingeladen haben? Oder k\u00f6nnen wir das Gl\u00fcck gar in unser Leben einladen und damit unseren Erfolg bzw. unser Wohlbefinden selbst beeinflussen?<\/em><\/p>\n<p>Im Englischen gibt es daf\u00fcr ein interessantes Wort, das es im Deutschen so nicht gibt: Serendipity, was so viel bedeutet wie gl\u00fccklicher Zufall.<\/p>\n<p>Die Natur eines Zufalls ist es dabei nat\u00fcrlich, dass er sich nicht planen l\u00e4sst. Und ein <em>gl\u00fccklicher Zufall<\/em> ist dann eben einer, der zuf\u00e4llig gl\u00fccklich ausgegangen ist oder uns das Gl\u00fcck gebracht hat. Das stimmt aber nur zum Teil, und hier wird es interessant. Denn die Wahrheit ist: Es kommt immer darauf an, was man aus den Dingen, auf die man keinen direkten Einfluss zu haben scheint, macht. Wir alle kennen die Beispiele von Menschen, wie dem Erfinder der Post-Its, der einen zu wenig haftenden Kleber erfunden hatte, und anstatt sich zu \u00e4rgern und einen neuen Versuch zu starten, daraus die Haftnotizen erfunden hat. Oder die Menschen, die von ihrem Partner verlassen oder von ihrem Arbeitgeber gek\u00fcndigt wurden, und ein komplett neues Leben begonnen haben. Was diese Beispiele gemein haben ist, dass die Betroffenen etwas gesehen haben, was niemand anderes gesehen hat. Sie haben die Chance f\u00fcr etwas Neues gesehen, das es so noch nicht gab. Und sie haben sich drauf eingelassen.<\/p>\n<p>Wie kann man also die Voraussetzungen daf\u00fcr schaffen, um mehr Serendipit\u00e4t bzw. mehr gl\u00fcckliche Zuf\u00e4lle in das eigene Leben einzuladen?<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gibt es eine Reihe von Erfolgsfaktoren, die wir verinnerlichen und auch trainieren k\u00f6nnen:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Offen f\u00fcr das Unerwartete sein<\/strong><br \/><span>Serendipit\u00e4t ist mehr als der pure Zufall oder reines Gl\u00fcck. Ein gl\u00fccklicher Zufall setzt voraus, dass wir uns aktiv f\u00fcr das Unerwartete oder auch Ungew\u00f6hnliche \u00f6ffnen, und den Wert von Zufallsmomenten erkennen. Entsprechend sollten wir in unserem Alltag mit wachsamen Blick nach positiven ungew\u00f6hnlichen Ereignissen Ausschau halten. Auf diese Weise kommt das Unerwartete zwar nicht h\u00e4ufiger vor, aber wir beginnen, es tats\u00e4chlich zu sehen und wahrzunehmen \u2013 und verpassen so vielleicht nicht den alles entscheidenden Moment.<\/span><\/li>\n<li><span><strong>Flexibel im Denken und Handeln bleiben<\/strong><br \/>Feste Pl\u00e4ne und ein starrer Blick auf die Welt sind ebenfalls nicht hilfreich, wenn man gl\u00fcckliche Zuf\u00e4lle einladen will. Denn wir k\u00f6nnen die Zukunft weder vorhersagen, noch kontrollieren. Alles ver\u00e4ndert sich st\u00e4ndig, und nicht umsonst heisst es: &#8222;Life&#8217;s what happens while we are making plans.&#8220; oder &#8222;Go with the flow.&#8220; Entsprechend macht es viel mehr Sinn statt in starren Mustern in verschiedenen Optionen, Wegen und L\u00f6sungen zu denken und sich so M\u00f6glichkeitsr\u00e4ume zu er\u00f6ffnen, die Neues erlauben und beg\u00fcnstigen. <\/span><\/li>\n<li><span><strong>Optimismus als Grundhaltung \u00fcben<\/strong><br \/><\/span>\n<p>Menschen, die empf\u00e4nglich f\u00fcr gl\u00fcckliche Zuf\u00e4lle sind, zeichnet eine gemeinsame Haltung aus: Sie sind grunds\u00e4tzliche Optimisten und versuchen selbst unter widrigen Umst\u00e4nden, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Sie betrachten sich nicht als Opfer, sondern als ihres eigenen Gl\u00fcckes Schmied. Sie sind in der Lage positive Chancen zu erkennen und darauf zu reagieren. Und das kann man lernen. Es f\u00e4ngt damit an, dass wir schwierige oder herausfordernde Situationen nicht als Problem, sondern als M\u00f6glichkeit zum Lernen und f\u00fcr das Entstehen von etwas Neuem betrachten. Denn die Erfahrung zeigt: Wenn wir uns darauf konzentrieren, wie wir die Dinge zum Guten wenden k\u00f6nnen, dann wenden sie sich auch tats\u00e4chlich h\u00e4ufiger zum Guten \u2013 und umgekehrt.<\/p>\n<\/li>\n<li><strong>Den eigenen Horizont erweitern<\/strong><br \/><span>Die vermutlich wichtigste Weg, um gl\u00fcckliche Zuf\u00e4lle zu nutzen ist es, die richtigen Fragen zu stellen. Und das bedeutet, sie m\u00f6glichst offen zu stellen. Denn je enger man eine Frage stellt, umso mehr schr\u00e4nkt man das Feld der m\u00f6glichen Antworten ein und macht neue und kreative L\u00f6sungen weniger wahrscheinlich. Wenn zum Beispiel ein Monteur seinen Job verliert und sich fragt &#8222;Wie bekomme ich einen neuen Job als Monteur?&#8220; werden andere Antworten entstehen, als wenn er sich fragt &#8222;Was m\u00f6chte ich mit dem Rest meines\u00a0<\/span>Lebens machen? Womit m\u00f6chte ich ausreichend Geld verdienen, um ein ausk\u00f6mmliches Leben f\u00fchren zu k\u00f6nnen?&#8220;<\/li>\n<li><strong>Sinnhaftigkeit versp\u00fcren<\/strong>\n<p>Die Erweiterung des Horizonts sollte eng mit der Frage nach Sinnhaftigkeit verbunden sein. Denn Serendipit\u00e4t entsteht leichter, wenn wir in dem, was wir tun, einen Sinn sehen. Mehr noch: Wenn wir das Gef\u00fchl haben, etwas Sinnvolles zu tun und anderen etwas zu geben, macht uns das nachweislich gl\u00fccklicher, ges\u00fcnder und produktiver.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Dankbarkeit leben<\/strong><br \/>Dar\u00fcber hinaus hilft es, sich das Positive jeder Situation bewusst zu machen und daf\u00fcr dankbar zu sein \u2013 auch und besonders in Bezug auf herausfordernde Situationen. Dies l\u00e4sst sich am besten \u00fcber Rituale machen und trainieren \u2013 zum Beispiel sich als letzten Akt des Tages im Bett f\u00fcr die positiven Erlebnisse und Lernchancen des jeweiligen Tages zu bedanken. Oder ein Dankbarkeitstagebuch zu f\u00fchren. Oder sich jeden Tag direkt bei einer Person f\u00fcr etwas Positives im eigenen Leben, und ihren Beitrag dazu, zu bedanken.<\/p>\n<\/li>\n<li><strong>Bewusstheit schaffen und vertrauen<\/strong> <br \/>Um die Kraft des gl\u00fccklichen Zufalls zu verstehen, ist es ebenfalls sinnvoll, den eigenen Werdegang noch einmal genau im R\u00fcckspiegel zu betrachten. Denn wir neigen dazu, unseren eigenen Werdegang im Nachhinein als zwangsl\u00e4ufige Entwicklung zu begreifen \u2013 wo alles logisch aufeinander aufbaut. Auch ich k\u00f6nnte meinen Lebenslauf genauso erz\u00e4hlen. Die Wahrheit ist aber, dass ich diese eine wichtige Stelle in London niemals angetreten h\u00e4tte, wenn ich nicht an einem ganz bestimmten Tag die FAZ gekauft h\u00e4tte und ausgerechnet an diesem Tag darin die einzige Stellenanzeige, die das Unternehmen jemals geschaltet hat, zu finden gewesen w\u00e4re. Denn ich kannte das Unternehmen bis dahin \u00fcberhaupt nicht. Es war also ein gl\u00fccklicher Zufall. Entsprechend ist die Rekonstruktion der Vergangenheit wichtig, um der Existenz von Serendipid\u00e4t Vertrauen schenken zu k\u00f6nnen. Wenn wir also unser Leben Revue passieren lassen, werden wir feststellen, wie oft der gl\u00fcckliche Zufall unser Leben schon in der Vergangenheit beeinflusst und gepr\u00e4gt hat \u2013 und wir waren uns dieser Tatsache vielleicht gar nicht bewusst.<\/li>\n<\/ol>\n<p>All diese Erfolgsfaktoren machen deutlich, dass man Serendpid\u00e4t wenn nicht lernen, dann zumindest einladen kann \u2013 und, dass das vor allem eine Frage der Haltung ist. Je weiter man dem gl\u00fccklichen Zufall die T\u00fcr aufmacht und ihn einl\u00e4dt, um so eher wir er sich manifestieren und unser Leben zum positiven ver\u00e4ndern helfen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oft haben wir das Gef\u00fchl, dass jemand der erfolgreich ist, einfach nur Gl\u00fcck gehabt hat. 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