{"id":239,"date":"2023-02-05T18:09:23","date_gmt":"2023-02-05T18:09:23","guid":{"rendered":"http:\/\/rslnc.com\/?p=239"},"modified":"2023-10-26T23:12:21","modified_gmt":"2023-10-26T23:12:21","slug":"mitgefuhl-durch-empathie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rslnc.com\/de\/wissen-de\/mitgefuhl-durch-empathie\/","title":{"rendered":"Mitgef\u00fchl durch Empathie"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.19.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.19.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.19.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.19.4&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; theme_builder_area=&#8220;post_content&#8220;]<\/p>\n<p>Empathie ist in den vergangenen Jahren als Schlagwort (im wahrsten Sinne des Wortes) immer \u00f6fter ein Teil von Beziehungsgespr\u00e4chen geworden. Und das leider meistens in einem negativen Kontext: &#8222;Ich f\u00fchle mich nicht gesehen. Ich f\u00fchle mich unverstanden. Du bist nur bei Dir.&#8220;<\/p>\n<p><em>Was ist also die Empathie? Was braucht es, um uns besser in andere hineinversetzen zu k\u00f6nnen? Und, darauf aufbauend, wie unterscheiden sich Mitleid und Mitgef\u00fchl?<\/em><\/p>\n<p>Empathie bezeichnet grunds\u00e4tzlich erst einmal die F\u00e4higkeit, sich m\u00f6glichst umfassend in eine andere Person hineinversetzen zu k\u00f6nnen \u2013 oder besser noch, hineinzuF\u00dcHLEN. Es geht dabei also weniger um kognitive Vorstellungskraft, als darum, die Gef\u00fchle des anderen nachvollziehen und ggf. sogar selber empfinden zu k\u00f6nnen. Jetzt werden einige sagen, dass sie das doch die ganze Zeit tun, und andere, dass ihnen das schier unm\u00f6glich erscheint.<\/p>\n<p>Wichtig sind daher zwei Dinge: Erstens, man kann Empathie trainieren. Und zweitens, es gibt dabei einige Fallstricke. Wie kann es einem also gelingen &#8222;doch mal emphatischer zu sein&#8220;?<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst setzt Empathie ein echtes Interesse an dem anderen Menschen, der einem da gegen\u00fcber ist, voraus. Und zum zweiten die F\u00e4higkeit, sich wirklich &#8222;in seine Schuhe zu versetzen&#8220;.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr ist es zun\u00e4chst einmal notwendig, f\u00fcr einen Moment das eigene Ego zu suspendieren (sprich eine kleine Pause machen zu lassen), und das ist manchmal schwieriger als man denkt. Denn das Ego ist stark und hat viele Taktiken sich Aufmerksamkeit und Geh\u00f6r zu verschaffen.<\/p>\n<p>Entsprechend liegt der erste Fallstrick bereits im Zuh\u00f6ren. Ist man wirklich bei dem oder der anderen, die da gerade ihre Geschichte erz\u00e4hlt? Oder denkt man, w\u00e4hrend man mit einem Ohr zuh\u00f6rt die ganze Zeit nur, was dieses Erleben mit einem selbst machen w\u00fcrde: &#8222;Wie w\u00fcrde ich das wahrnehmen? Das w\u00fcrde es mit mir machen? Wie w\u00fcrde ich reagieren?&#8220; In diesem Fall ist man n\u00e4mlich eigentlich schon wieder bei sich selbst \u2013 obwohl man meint beim anderen zu sein &#8230;<\/p>\n<p>Es geht also im Gegensatz viel mehr darum, wirklich bei dem\/der anderen zu sein und mitzuf\u00fchlen, was ihn oder sie bewegt? Wie es dadurch in ihm\/ihr aussieht? Was er\/sie f\u00fchlt und warum? Wenn man das tut, wird man eher fragen und zuh\u00f6ren, als bei erstbester Gelegenheit mit einem &#8222;Also bei mir war das beim letzten mal in einer vergleichbaren Situation so oder so &#8230;&#8220; zu kontern.<\/p>\n<p>Das f\u00e4llt manchen Menschen am Anfang sehr schwer, weil sie so sehr bei sich selber sind (was an anderer Stelle ja auch gut ist!). Aber das Gute ist, man kann es trainieren, und wird dann ein immer besserer Zuh\u00f6rer. Jemand, von dem das Gegen\u00fcber das Gef\u00fchl, dass es wirklich von ihm gesehen und ernst genommen wird. Empathie hat in diesem Sinne also auch sehr viel mit Aufmerksamkeit, Zugewandtheit, Anteilnahme und Respekt zu tun.<\/p>\n<p>Es gibt aber noch einen weiteren wichtigen Fallstrick, auf den es in diesem Zusammenhang zu achten gilt und der liegt im Umgang mit dem, was ich da vom anderen h\u00f6re und sp\u00fcre. Und das ist der Unterschied zwischen MitGEF\u00dcHL und MitLEID. Es ist n\u00e4mlich \u00fcberhaupt nicht hilfreich f\u00fcr den Betroffenen mit ihm oder ihr Mitleid zu haben! Das klingt jetzt ggf. erst einmal komisch. Wurde uns dies nicht oft sogar in unserer Erziehung als anstrebenswert mitgegeben? Wenn ja, dann ist es zumindest ein Missverst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p>Um sich dem Unterschied zu n\u00e4hern, macht es Sinn, sich einigen wichtigen Begriffen zun\u00e4chst einmal semantisch zu n\u00e4hern \u2013 also der Frage, was sie eigentlich bedeuten. Beginnen wir mit dem oben bereits aufgetauchten Begriff ANTEILNAHME. Er bedeutet, dass ich an dem, was der oder die andere mir berichten wirklich Anteil nehme. Und das ist im Prinzip nichts anderes, als Empathie. Dar\u00fcber hinaus werden wir uns nur wirklich in den anderen hineinversetzen k\u00f6nnen, wenn wir nicht nur versuchen kognitiv zu verstehen &#8222;was da los ist&#8220;, sondern uns auch versuchen uns in ihn hineinzuf\u00fchlen \u2013 als mit ihm als Begleiter mitzuf\u00fchlen. MITGEF\u00dcHL.<\/p>\n<p>Dem gegen\u00fcber macht es \u00fcberhaupt keinen Sinn mit ihm oder ihr MITLEIDEN zu wollen. Erstens k\u00f6nnen wir das Leid, das die Person, die uns gegen\u00fcbersitzt gar nicht wirklich erleben. Denn z.B. die Trauer, die sie aufgrund eines Verlustes erlebt kann ja gar nicht unsere Trauer sein, da es nicht unser Verlust ist. Wir k\u00f6nnen so tun, aber es wird und kann nicht das Gleiche sein. Au\u00dferdem f\u00fchrt es dazu, dass wir uns quasi selbst mit den als negativ empfunden Gef\u00fchlen des anderen infizieren und damit quasi selbst einen emotionalen Stress bzw. Schaden zuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Noch schlimmer ist aber, das Mitleid die Opferposition einer Person verst\u00e4rkt und manifestiert. Das kommt einer Entm\u00fcndigung gleich, denn ein Opfer kann ja &#8222;gar nichts tun und ist der Situation ausgeliefert&#8220;. Das stimmt aber in der Regel \u00fcberhaupt nicht. Deshalb ist es wichtig, nicht mit diesem anderen Menschen mitzuleiden, sondern auf Basis ehrlich empfundenen Mitgef\u00fchls, die Selbstwirksamkeit des anderen zu st\u00e4rken. Oft ist das nicht unmittelbar m\u00f6glich, weil es f\u00fcr den Betroffenen vielleicht zu &#8222;schnell&#8220; geht, aber wenn ich mich in einer Stress- oder Krisensituation wirklich als Mensch von meinem Gegen\u00fcber gesehen f\u00fchle, bin ich viel eher bereit, einen Rat anzunehmen oder zu beginnen, gemeinsam oder f\u00fcr mich selbst an einer L\u00f6sung des Problems zu arbeiten. \u00a0<\/p>\n<p><em>Und warum sind Empathie und Mitgef\u00fchl wichtig f\u00fcr die Ausbildung von Resilienz?<\/em><\/p>\n<p><span>Empathie und Mitgef\u00fchl haben in Bezug auf die Auspr\u00e4gung von Resilienz vor allem eine unterst\u00fctzende Funktion. Denn oft sch\u00e4men wir uns daf\u00fcr, das &#8222;es uns nicht gut geht&#8220;, wollen dar\u00fcber nicht mit anderen sprechen und tun so, als ob nichts w\u00e4re. Oder wir versuchen andere zu &#8222;verhaften&#8220; und zum Teil unseres Problems zu machen. Ersteres f\u00fchrt meistens dazu, dass wir in unseren negativen Gef\u00fchlen verhaften und selber keinen Ausweg finden.\u00a0<\/span>Zweitens, macht die anderen, die uns eigentlich helfen k\u00f6nnten zum Teil des Problems.<\/p>\n<p><span>Insofern sind Empathie und Mitgef\u00fchl eine Hilfeleistung Dritter, die es uns erm\u00f6glichen, Stress, \u00c4ngste oder Krisen schneller zu \u00fcberwinden. Aber auch unser Gegen\u00fcber hat etwas davon. Neben der intensiven\u00a0sozialen Verbindung zum jeweils anderen, ist das Einlassen auf eine andere Person und die M\u00f6glichkeit ihr zu helfen immer auch eine Form des\u00a0Empfindens der eigenen Selbstwirksamkeit \u2013 verbunden mit dem Feststellen, dass das gemeinsame Durchleben entsprechender negativer Gef\u00fchle am Ende weniger &#8222;schlimm und aussichtslos&#8220; ist, als man es selbst bisher in vergleichbaren Momenten erlebt hat. In diesem Sinne wird also durch Empathie und Mitgef\u00fchl immer auch die eigene Resilienzf\u00e4higkeit gest\u00e4rkt. Win-win!<\/span><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Empathie ist in den vergangenen Jahren als Schlagwort (im wahrsten Sinne des Wortes) immer \u00f6fter ein Teil von Beziehungsgespr\u00e4chen geworden. Und das leider meistens in einem negativen Kontext: &#8222;Ich f\u00fchle mich nicht gesehen. Ich f\u00fchle mich unverstanden. Du bist nur bei Dir.&#8220; Was ist also die Empathie? 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