{"id":341,"date":"2023-02-14T12:00:10","date_gmt":"2023-02-14T12:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/rslnc.com\/?p=341"},"modified":"2024-05-19T15:04:23","modified_gmt":"2024-05-19T15:04:23","slug":"zugehorigkeit-durch-bedeutsamkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rslnc.com\/de\/wissen-de\/zugehorigkeit-durch-bedeutsamkeit\/","title":{"rendered":"Zugeh\u00f6rigkeit durch Bedeutsamkeit"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.19.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.19.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.19.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.19.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p>Als Menschen sind wir soziale Wesen. Wir suchen nach Zugeh\u00f6rigkeit und wollen uns mit anderen verbunden f\u00fchlen. Dieses Bed\u00fcrfnis nach Verbundenheit ist Teil unserer DNA und vor allem zu Beginn unseres Lebens sogar \u00fcberlebenswichtig. Als Babies meinen wir, vollkommen verbunden zu sein mit der Welt, und bilden erst sp\u00e4ter ein Ego aus. Und in dem Ma\u00dfe, in dem wir realisieren, dass wir tats\u00e4chlich Individuen sind, beginnt auch unsere Suche nach Bedeutung bzw. Bedeutsamkeit. Wir wollen f\u00fcr unser soziales Umfeld eine Bedeutung haben. Wir wollen den uns nahe stehenden Menschen etwas bedeuten. Und nicht egal sein. Entsprechend ist Bedeutsamkeit f\u00fcr uns genauso wichtig wie das Gef\u00fchl von Zugeh\u00f6rigkeit.<\/p>\n<p><em>Aber wie passen Bedeutsamkeit (mit seiner Verbindung zum Ego) und Zugeh\u00f6rigkeit (als soziale Dimension) nun genau zusammen? Und widersprechen sich die beiden nicht irgendwie?<\/em><\/p>\n<p>Es gibt ein interessantes englisches Sprichwort, dass dazu motivieren soll, sich nicht gemein zu machen: &#8222;Why do we try so hard to fit in, if we are meant to stand out?&#8220; Also mit anderen Worten: &#8222;Warum versuchen wir so unnachgiebig dazuzugeh\u00f6ren, wenn wir doch daf\u00fcr gemacht sind, einzigartig zu sein?&#8220;<\/p>\n<p>Die Wahrheit ist, wir wollen und brauchen eigentlich beides. Aber es gibt ein paar interessante W\u00f6rter im bisher Geschriebenen, die es sich n\u00e4her zu betrachten und zu differenzieren lohnt.<\/p>\n<p>Da ist zun\u00e4chst der Unterschied zwischen &#8222;Zugeh\u00f6rigkeit&#8220; und &#8222;Sich-gemein-machen&#8220;. Als soziale Wesen wollen wir Teil einer Gemeinschaft sein und uns zugeh\u00f6rig f\u00fchlen \u2013 der Bezugspunkt kann dabei naturgem\u00e4\u00df sehr unterschiedlich sein. Diesem Wunsch liegt ein archaisches Bed\u00fcrfnis nach Verbundenheit und Schutz zugrunde. Demgegen\u00fcber ist ein Sich-gemein-machen f\u00fcr uns und unsere Psyche eher gef\u00e4hrlich. Es hat in der Regel etwas anbiederndes und f\u00fchrt dazu, dass wir uns als Individuen &#8222;aufl\u00f6sen&#8220;. Gesellschaften, in denen das Individuum keine Bedeutung hat und nichts z\u00e4hlt, haben deshalb oft einen hohen Grad an Depressionen und Suiziden.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste wichtige Unterschied ist der zwischen &#8222;Ego&#8220; und &#8222;Bedeutsamkeit&#8220;. Zun\u00e4chst m\u00fcssen wir hier mal damit aufr\u00e4umen, dass unser Ego grunds\u00e4tzlich etwas Schlechtes ist. Im Gegenteil, eine gesunde Selbstbezogenheit und Wahrnehmung unserer selbst ist essentiell f\u00fcr unsere psychologische Gesundheit. Mehr noch, sie ist notwendig, um uns \u00fcberhaupt selbst lieben zu k\u00f6nnen! Wir m\u00fcssen wissen, dass wir &#8222;ok&#8220; sind und auch selbst daran glauben. Viele psychologische Probleme, mit denen wir zeitlebens k\u00e4mpfen, sind n\u00e4mlich vor allem dadurch entstanden, dass uns jemand wiederholt gesagt hat, dass dies nicht so ist und uns damit das Gef\u00fchl vermittelt wurde, &#8222;nicht ok&#8220; und\/oder &#8222;nicht genug&#8220; zu sein.<\/p>\n<p>Insofern entsteht der Wunsch nach Bedeutsamkeit aus unserem Ego und stellt gleichzeitig die Br\u00fccke zu unserem Bed\u00fcrfnis nach Zugeh\u00f6rigkeit da. Denn wir haben ein tiefes intrinsisches Verst\u00e4ndnis davon, dass wir als Individuen einzigartig sind. Niemand ist exakt wie wir \u2013 nicht einmal bei Zwillingen. Das wissen und sp\u00fcren wir, und wollen von unserer Umwelt auch entsprechend wahrgenommen werden. Wir wollen f\u00fcr die Menschen um uns herum relevant und wichtig sein. Wir wollen ihnen etwas bedeuten. Das ist ganz normal und kein unverh\u00e4ltnism\u00e4ssiger Wunsch. Im Gegenteil, in diesem Bewusstsein aktiv unsere Beziehungen zu anderen zu gestalten, liegt die Basis f\u00fcr die Entwicklung eines echten Gef\u00fchls von Zugeh\u00f6rigkeit.<\/p>\n<p>Denn in unserem Bed\u00fcrfnis nach Verbundenheit liegt auch eine Gefahr. Menschen, denen es an Selbstbewusstsein und Selbstliebe mangelt, versuchen oft, dieses Vakuum zu f\u00fcllen, in dem sie \u00fcber ein gesundes Ma\u00df hinaus f\u00fcr andere da sind \u2013 um sich deren Liebe und Zuneigung zu (ver)sichern. Sie &#8222;leben&#8220; also unbewusst einen mit sich selbst (!) geschlossene Abmachung: &#8222;Ich bin f\u00fcr Dich da und opfere mich f\u00fcr Dich auf, und daf\u00fcr liebst Du mich.&#8220; \u2013 mit der impliziten Klammer (&#8222;weil ich mich nicht selbst lieben kann&#8220;). Das ist unglaublich ungesund und gef\u00e4hrlich, und geht oft mit gro\u00dfen Entt\u00e4uschungen einher, wenn die andere Person dieses &#8222;Geschenk&#8220; nicht annehmen m\u00f6chte und sich entzieht, oder nicht der damit verbunden Erwartungshaltung entsprechend verh\u00e4lt. Und das f\u00fchrt dann wieder dazu, dass sich die andere Person oft als Opfer f\u00fchlt. Man sieht, eine sehr komplexe, toxische Verkettung, die hier entsteht &#8230;<\/p>\n<p>Entsprechend ist der Wunsch und die Suche nach Bedeutsamkeit und damit verbunden die Frage nach dem &#8222;Wer bin ich?&#8220; \u2013 und nicht &#8222;Wer m\u00f6chte ich f\u00fcr andere sein&#8220; \u2013 unglaublich wichtig f\u00fcr unsere psychologische Gesundheit und gleichzeitig unsere F\u00e4higkeit sich wirklich mit anderen zu verbinden.<\/p>\n<p><em>Und warum sind Bedeutsamkeit und Zugeh\u00f6rigkeit am Ende auch wichtig f\u00fcr die Ausbildung von Resilienz?<\/em><\/p>\n<p>Bedeutsamkeit und Zugeh\u00f6rigkeit verhalten sich in Bezug auf die Ausbildung von Resilienz wie zwei Seiten ein und der selben Medaille \u2013 und entsprechen quasi dem Geben und Nehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Jemand etwas zu bedeuten verleiht dabei vor allem die F\u00e4higkeit, dieser Person in einer Krise beistehen zu k\u00f6nnen, weil man sich in diesen Momenten vor allem denjenigen zuwendet, denen man am meisten vertraut und von denen man glaubt, dass sie einem vielleicht helfen k\u00f6nnen. Das ist die Seite des Gebens.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite sind stabile Bindungen und ein Gef\u00fchl der Zugeh\u00f6rigkeit essentiell f\u00fcr unsere Resilienzf\u00e4higkeit. Wenn wir niemand haben, der uns unterst\u00fctzt, f\u00fchlen wir uns klein und allein. Das f\u00fchrt dann oft dazu, dass wir noch tiefer in eine Krise hineingezogen werden (von uns selbst), statt ihr \u2013 mit der Hilfe anderer \u2013 aktiv zu begegnen. Das ist die Ebene des Nehmens \u2013 denn wir m\u00fcssen diese Hilfe ja auch zulassen und annehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p><span><\/span><\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Menschen sind wir soziale Wesen. Wir suchen nach Zugeh\u00f6rigkeit und wollen uns mit anderen verbunden f\u00fchlen. 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