{"id":818,"date":"2023-02-22T21:27:39","date_gmt":"2023-02-22T21:27:39","guid":{"rendered":"https:\/\/rslnc.com\/?p=818"},"modified":"2023-10-26T23:14:50","modified_gmt":"2023-10-26T23:14:50","slug":"hallo-angst-unangenehmes-einladen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rslnc.com\/de\/uebungen-de\/hallo-angst-unangenehmes-einladen\/","title":{"rendered":"Hallo Angst | Unangenehmes einladen"},"content":{"rendered":"<p>[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.19.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.19.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.19.3&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.19.5&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie kann man eigentlich am besten damit umgehen, wenn man vor etwas Angst hat? Und wie kann man \u00c4ngste im Idealfall Schritt f\u00fcr Schritt abbauen?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zun\u00e4chst einmal sind \u00c4ngste etwas Gutes.\u00a0<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ja, ich wei\u00df, das klingt zun\u00e4chst erst einmal ziemlich schr\u00e4g. Denn Angst vor etwas zu haben, f\u00fchlt sich \u00fcberhaupt nicht gut an und der nat\u00fcrliche Reflex ist, ein Angstgef\u00fchl m\u00f6glichst schnell wieder loszuwerden. Und das hat auch einen guten Grund, der in der Evolution der Menschheit und der Form wie unser Gehirn funktioniert begr\u00fcndet liegt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als wir noch in H\u00f6hlen lebten, waren \u00c4ngste \u00fcberlebenswichtig. Deshalb befindet sich unser \u201eAngstzentrum\u201c auch im \u00e4ltesten Teil unseres Gehirns, in der sogenannten Amygdala. Die Amygdala ist extrem schnell und sorgt daf\u00fcr, dass bei einer St\u00f6rung zwei Dinge passieren:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Voller Fokus auf das Problem<\/strong> \u2013 wir geraten also quasi unmittelbar in den ber\u00fcchtigten \u201eTunnelblick\u201c und nehmen kaum noch etwas anderes als das vermeintliche Problem wahr.<\/li>\n<li><strong>Ausl\u00f6sen des Fluchtreflexes<\/strong> \u2013 da wir als H\u00f6hlenmenschen wilde Tiere, etc. in der Regel nicht besiegen konnten, war es am besten wegzulaufen. Deshalb flutet uns die Amygdala mit Adrenalin, um s\u00e4mtliche Kr\u00e4fte im K\u00f6rper f\u00fcr eine m\u00f6gliche Flucht zu mobilisieren.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Beides ist also \u00fcberhaupt nicht dazu geeignet, erst mal in Ruhe zu analysieren, ob es hier gerade tats\u00e4chlich ein Problem gibt \u2013 denn dann w\u00e4ren wir vor ein paar Tausend Jahren gegebenenfalls schon tot gewesen und aufgefressen worden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Problem ist nun, dass die Amygdala ihren Job heute noch genauso macht, wie vor tausenden von Jahren. Dieser Teil des Gehirns hat sich also nicht wirklich weiterentwickelt, ist aber immer noch der erste der reagiert. Kein Wunder also, dass wir im Falle eines Angstgef\u00fchls nicht mehr klar denken k\u00f6nnen, uns selber in einem Tunnel ohne Handlungsoptionen w\u00e4hnen und am liebsten einfach davonlaufen w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein klassischer Fall von <a href=\"https:\/\/rslnc.com\/training\/wirklichkeit-und-selbsthypnose-dem-eigenen-tunnelblick-entkommen\/\"><u>Selbsthypnose<\/u><\/a>.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wenn man \u00c4ngste verstehen oder Angstgef\u00fchle abbauen will, ist es daher wichtig, sich Zeit zu verschaffen. Daf\u00fcr ist es notwendig, die Amygdala \u201eauszuhebeln\u201c, indem man erst einmal gar nicht auf den Ausl\u00f6ser (Trigger) des Angsgef\u00fchls reagiert und dem Fluchtreflex widersteht. Die Amygdala-Reaktion ist n\u00e4mlich kurz und heftig (schnell fliehen) und h\u00e4lt nicht besonders lange an. Und das k\u00f6nnen wir uns zu Nutze machen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der n\u00e4chste Schritt ist dann, nicht einfach wieder zur Tagesordnung \u00fcberzugehen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span>Viele Menschen versuchen allerdings genau das Gegenteil zu tun. Denn die Amygdala-Reaktion ist heftig und tendenziell ersch\u00f6pfend. Deshalb neigen wir dazu, m\u00f6glichst schnell wieder zur \u201cNormalit\u00e4t\u201d \u00fcberzugehen und den belastenden Moment zu vergessen bzw. zu verdr\u00e4ngen. Das f\u00fchlt sich vordergr\u00fcndig gut an, f\u00fchrt aber nat\u00fcrlich dazu, dass sich rein gar nichts ver\u00e4ndert und dass man eine \u00e4hnliche Situation beim n\u00e4chsten mal als genauso schlimm, oder sogar immer schlimmer erlebt.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span>Und hier beginnt unsere \u00dcbung.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span>Wie oben bereits ausgef\u00fchrt, sind \u00c4ngste erst einmal gut, denn sie wollen uns auf eine potentielle Gefahr f\u00fcr uns und unsere Seele hinweisen. Etwas, dass uns nicht guttut. Und das sollten wir uns im Sinne unserer Resilienzf\u00e4higkeit nat\u00fcrlich genau anschauen, um mit dieser Art von \u201eSt\u00f6rungen\u201c zuk\u00fcnftig besser umgehen zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">An dieser Stelle bietet sich ein kleiner Exkurs an: zum Konzept des \u201einneren Teams\u201c bzw. der \u201einneren Anteile\u201c. Dieses von Friedemann Schulz von Thun entwickelte Konzept geht davon aus, dass wir als Menschen viele unterschiedliche Pers\u00f6nlichkeitsfacetten besitzen, die permanent in Verhandlung miteinander sind und auch daf\u00fcr verantwortlich sind, dass wir uns in unterschiedlichen Situationen nicht immer gleich verhalten. Beispielhafte Rollen innerhalb des inneren Teams k\u00f6nnen z.B. sein:<\/p>\n<ul>\n<li>Innerer Antreiber: \u201eSei perfekt!\u201c<\/li>\n<li>Abenteurer: \u201eMach das, das wird spannend!\u201c<\/li>\n<li>Selbstzweifler: \u201eDas schaffst du sowieso nicht!\u201c<\/li>\n<li>Genie\u00dfer: \u201eGenie\u00dfe das Leben!\u201c<\/li>\n<li>Rationalist: \u201eKeine Emotionen zeigen!\u201c<\/li>\n<li>Besch\u00fctzer: &#8222;Pass blo\u00df auf, das ist gef\u00e4hrlich!&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der \u201eBesch\u00fctzer\u201c ist also daf\u00fcr zust\u00e4ndig auf uns aufzupassen und sein st\u00e4rkstes Mittel um unsere Aufmerksamkeit zu erlangen ist die \u201eAngst\u201c. Das macht noch einmal deutlich, warum \u00c4ngste im Prinzip \u201egut\u201c sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nur leider steht uns da die Amygdala im Weg. Denn, die will die Angst \u201ebek\u00e4mpfen\u201c und so schnell wie m\u00f6glich wieder loswerden. Und da das nat\u00fcrlich alles sehr abstrakt und theoretisch ist, soll uns f\u00fcr die nachfolgende \u00dcbung f\u00fcr einen besseren Umgang mit auftretenden \u00c4ngsten ein Bild helfen:<\/p>\n<ol>\n<li>Stell Dir vor, Du sitzt zu Hause in Deinem Wohnzimmer. Pl\u00f6tzlich klopft es an der T\u00fcr. Und drau\u00dfen steht die Angst und will zu Dir hinein.<\/li>\n<li>Dein Amygdala-Reflex ist jetzt nat\u00fcrlich, der Angst die T\u00fcr vor der Nase zuzuschlagen und sie so wieder loszuwerden. Und das auch, obwohl Du ahnst oder bereits die Erfahrung gemacht haben, dass die Angst so schnell nicht aufgibt und immer wieder bei Dir anklopfen wird. Ganz regelm\u00e4\u00dfig, oder auch, wenn Du es gar nicht (mehr) erwartest.<\/li>\n<li>Stattdessen solltest Du etwas ganz anderes machen. Bitte die Angst herein und biete Ihr einen Platz auf Deinem Sofa an \u2013 denn sie wurde ja von Deinem inneren \u201eBesch\u00fctzer\u201c geschickt, also einem guten Freund.<\/li>\n<li>Hei\u00dfe sie also metaphorisch willkommen, denn sie will Dich ja auf eine vermeintliche Gefahr hinweisen, von der es nun herauszufinden gilt, ob sie tats\u00e4chlich existiert und wie Du am besten damit umgehen kannst. Das ist toll, denn sie meint es ja gut mit Dir und will Dir helfen.<\/li>\n<li>Deswegen solltest Du die Angst, die da vor Dir sitzt, jetzt in ein Gespr\u00e4ch verwickeln:<br \/>\u2013 Warum bist Du eigentlich hier?<br \/>\u2013 Wovor m\u00f6chtest Du mich besch\u00fctzen?<br \/>\u2013 Wie real ist die Gefahr, bzw. wie wahrscheinlich ist es, dass eine negative Konsequenz tats\u00e4chlich eintrifft?<br \/>\u2013 Was kann ich tun, um dies zu verhindern?<br \/>\u2013 Wann ist mir das vielleicht schon einmal gelungen? Und, was genau habe ich damals gemacht?<\/li>\n<li>Anschlie\u00dfend solltest Du Dich bei der Angst und Dir selbst bedanken \u2013 bei der Angst f\u00fcr all diese wertvollen Hinweise und bei Dir selbst daf\u00fcr, dass Du den Mut gefunden hast, die Angst hereinzulassen und als Helfer zu betrachten \u2013 statt als Feind.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Ergebnis passieren vermutlich zwei Dinge: Erstens, ist die Angst wahrscheinlich gar nicht mehr so gro\u00df und \u00fcberm\u00e4chtig, wie sie sich vorher angef\u00fchlt hat. Im besten Fall hat sie sich sogar aufgel\u00f6st. Und zweitens, f\u00e4llt es Dir ggf. viel einfacher eine Strategie zu entwickeln, wie Du zuk\u00fcnftig besser mit diesen Angst ausl\u00f6senden Situationen umgehen kannst.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">P.S.: Hier fehlt noch eine wichtige Anmerkung: Wie bei den meisten Dingen im Leben, muss man sie trainieren. Wenn Du Dir also eine neue Strategie zum Umgang mit einem Angstausl\u00f6ser ausdenkst, gehe nicht davon aus, dass das sofort funktioniert. Die Amygdala ist blitzschnell. Schneller als alles, was Du Dir ggf. vorgenommen hast. Wenn Du also merkst, dass sie anspringt, solltest Du erst einmal tief durchatmen und versuchen Dich wieder zu erden, bevor Du reagierst. Das wird Dir helfen, dass, was Du Dir vorgenommen hast, tats\u00e4chlich\u00a0<\/span>auch umsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann man eigentlich am besten damit umgehen, wenn man vor etwas Angst hat? Und wie kann man \u00c4ngste im Idealfall Schritt f\u00fcr Schritt abbauen? Zun\u00e4chst einmal sind \u00c4ngste etwas Gutes.\u00a0 Ja, ich wei\u00df, das klingt zun\u00e4chst erst einmal ziemlich schr\u00e4g. 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